SC Eilbek - Newsartikel drucken


Autor: Klaus Torgau
Datum: 06.09.2021


Als Derbysieger und Spitzenreiter in die September-Pause

3. Spieltag: SC Eilbek II – TSV Wandsetal II 4:2 (2:1)

Derby-Tag in Eilbek, nach fast fünf Jahren kam der TSV Wandsetal II mal wieder zu Besuch an die Fichtestraße. In einer Partie zweier ambitionierter Mannschaften musste der SCE unter anderem auf seine beiden Spielführer verzichten, die enorme Kaderbreite kann im Laufe der Saison durchaus als Faustpfand verstanden werden, erneut war der 18er-Kader komplett gefüllt.

 

Die erste Viertelstunde des Spiels ist schnell erzählt, denn beide Parteien agierten zunächst vorsichtig, wollten keine Fehler machen und so entwickelte sich ein Spiel zwischen den Strafräumen, das eher trist daherkam. Mit der ersten nennenswerten Aktion des Spiels gingen die Gäste in Führung, der früh eingewechselte Abdoul Madjid Djibo brachte den Ball vom rechten Flügel in den Strafraum, wo am zweiten Pfosten Robin Janßen goldrichtig stand und die Führung für das Gäste erzielte. Dies war wie ein Weckruf für den bisherigen Spitzenreiter, denn nur 120 Sekunden später erzielte Klanke bereits den Ausgleich. Henning und Schmidtchen spielten am Strafraumrand einen Doppelpass, Hennings Hereingabe vorbei an Keeper Müller wollte ein Verteidiger klären, dabei schoss er den eingerückten Adrian Klanke an, so sprang das Leder vermeintlich von der Hüfte direkt ins Tor.

 

Die Hausherren hatten nun deutliches Oberwasser, der offensiv brilliante Fabian Mazohl war auf links einmal mehr davon geeilt, im Zentrum verpassten Köpke und Klanke dir Führung nur um Haaresbreite. Diese sollte es dann aber nach einer halben Stunde geben, Henning führte einen Freistoß schnell aus, Mazohl flankte abermals maßgenau vom linken Flügel und Adrian Klanke musste aus 5 Metern nur noch den Fuß hinhalten, um Eilbek in Führung zu bringen. Für den 19-jährigen Offensivspieler war es bereits das vierte Saisontor, Klanke bestätigt damit seine deutlich verbesserte Form und Fitness nach der langen Corona-Pause und rechtfertigte so seine Aufstellung und die Darstellung als „Spieler im Fokus“ in der aktuellen Stadionzeitung. Einen dritten Treffer von Klanke noch in der ersten Halbzeit verhinderte Keeper Müller nach einem Steilpass von Henning.

Ein wenig Derby-Atmosphäre kam in Minute 33 auf, als es die erste Rudelbildung geben sollte, aus der Walter und Adzovic mit dem gelben Karten heraus gingen. Wandsetals Mittelfeldspieler hatte später Glück und umging einen Feldverweis, nachdem er nach einem Einwurf den Ball ohne Grund und ohne Not einfach in die Hand nahm. Der gute und junge Schiedsrichter Juppe bewies hier Taktgefühl und ließ den Rotschopf mit einer letzten Ermahnung weiterspielen. Noch vor der Pause gab es eine weitere knifflige Situation, Marc Henning bekam im Strafraum einen deutlich hörbaren und sichtbaren Kontakt ab, ließ sich aber nicht fallen und verzichtete damit auf den Strafstoß. „Fair ist mehr“ betonte Eilbeks heutiger Spielführer in der Halbzeitpause, erst am Dienstag wurde er vom Hamburger Fußball-Verband für die Fair-Play-Geste des Monats August ausgezeichnet. Mit einer mittlerweile verdienten 2:1-Führung ging es in die Halbzeitpause, aus der Eilbek hellwach zurückkam.

Erst scheiterte Mazohl aus spitzem Winkel an Müller, den folgenden Eckball verlängerte Köpke am ersten Pfosten auf Vittorio Walter, der aus 14 Metern überlegt zum 3:1 einschob. Für die Vorentscheidung sorgte Henning nur 120 Sekunden später, Adzovic lenkte einen Pass seines Mitspielers in den Lauf von Henning ab, der vor dem Tor eiskalt blieb und ins kurze Eck versenkte. Henning, Walter und Klanke stehen damit bereits bei je 4 Saisontoren, zudem traf Eilbek auch im dritten Saisonspiel innerhalb von 3 Minuten doppelt.

 

Die Gier auf weitere Treffer war danach gestillt, zu ungefährlich präsentierte sich auch der Gegner, der seit dem 0:1 auf eine weitere klare Torchance wartete. Zu allem Überfluss dezimierten sich die Gäste selbst, Felix Müller trat gegen den bereits zwei Meter entfernten Kassem Tohme ohne Grund in die Beine und durfte nach der roten Karte bereits duschen gehen. Der SCE nutzte das scheinbar entschiedene Spiel zur Wechselarie und brachte Duah und Dreske positionsfremd ins Spiel. In Überzahl, wie schon häufig in der Vergangenheit erlebt, agierte Eilbek aber fahrig, trotz den Pfostentreffers von Mazohl.

So konterte sich Wandsetal in Unterzahl zum 4:2 durch Abdoul Madjid Djibo, der wenig später sogar noch die Chance auf den Anschlusstreffer hatte, nachdem Eilbek im Mittelfeld einen kapitalen Fehlpass spielte und die Rückwärtsbewegung auf ein notwendiges Minimum zurückfuhr. Offensiv dagegen gab es für den stürmischen SCE weiterhin Chancen, dem eingewechselten Benjamin Rüß war ein Treffer allerdings nicht vergönnt, zunächst parierte Keeper Müller stark, fünf Minuten vor dem Ende klärte ein Verteidiger per Flugkopfball auf der Linie und verhinderte Rüß ersten Treffer in der Liga.

Nach dem dritten Spieltag hat der SCE bereits ein Mini-Polster auf seine Verfolger aufgebaut, einzig TuS Hamburg kann mit ebenfalls 9 Punkten aktuell Schritt halten. Die Tabellenführung wird Eilbek am kommenden Spieltag wohl abgeben müssen, da ein spielfreies Wochenende ansteht. Im September vertreibt man sich die Zeit mit weiteren Testspielen gegen den SV Barmbek, Union 03 und Croatia, erst am ersten Oktober-Sonntag geht es in der Liga zuhause weiter gegen Hamm United II.

 

Aufstellung:

Martin Haag – Haakon Hansen (77. Imanol Dreske Monteiro), Genia Rubin, Marek von Bergen, Fabian Mazohl – Marc-Lennard Vanoucek, Ronny Schmidtchen (70. Robin Duah) – Adrian Klanke (70. Florian Dittrich), Vittorio Walter (77. Benjamin Rüß), Marc Henning – Jonas Köpke (61. Kassem Tohme)

 

Tore:

0:1 Robin Janßen (17., Rechtsschuss, Abdoul Madjid Djibo)

1:1 Adrian Klanke (19., rechte Hüfte, Henning)

2:1 Adrian Klanke (28., Rechtsschuss, Mazohl)

3:1 Vittorio Walter (51., Recthsschuss, Köpke)

4:1 Marc Henning (53., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit)

4:2 Macki Abdoul Madjid Djibo (85., Rechtsschuss)

 

Gelbe Karten:

Walter, Schmidtchen – Adzovic, Pfeil

 

Rote Karte:

Felix Müller (71., Nachtreten gegen Tohme)

 

Schiedsrichter:

Robin Juppe (Note 2,5) – Hatte die über weite Strecken faire Partie im Griff. Bewies Fingerspitzengefühl bei Adzovics Handspiel, ohne Ermessensspielraum beim Platzverweis gegen Müller.

 

Spielnote: 3

Zäher Beginn mit wenig Torchancen, dafür entschädigten später viele Treffer und packende Zweikämpfe.